Autogenes training

Das Autogene Training ist eine Entspannungs-Methode die auf Autosuggestion (Selbst-Hypnose) basiert.

Entwickelt wurde das Autogene Training in den 1920 Jahren von Johannes Heinrich Schultz.

Und nun die Details: Autogenes …. wie bitte?

Die Bezeichnung „Autogenes Training“ leitet sich vom griechisch-lateinischen Neologismus „autogen“ (= „selbsterzeugend“) ab und weist auf die Kernausrichtung des Autogenen Trainings hin, durch Übungen ein selbst erzeugtes Entspannungsergebnis zu erzielen. Diese Grundausrichtung grenzt das Autogene Training zumindest im Prinzip von anderen psychotherapeutischen Techniken ab.

Entwicklungsgeschichte

Die Methode des Autogenen Trainings basiert auf der jahrtausendealten Erfahrung, durch bewusste psychische Einwirkungen („Suggestionen“, vom lateinischen „Eingebung, Einflüsterung“) Einfluss auf die körperliche und seelische Verfassung nehmen zu können. Diese im Ursprung in der Regel mit religiösen Zusammenhängen angewandten Suggestionen wurden lange vor der modernen Zeit gezielt im Heilwesen eingesetzt. Dabei wurden durch „Heiler“ Beeinflussungen im psychischen Bereich vorgenommen, durch die tatsächlich Schmerzen gelindert und Heilungsprozesse beschleunigt beziehungsweise ausgelöst werden konnten. Dabei spielten Sachverhalte wie „Selbsterfüllende Prophezeiungen“ und „Glaubensvorstellungen“ oft eine zentrale Rolle. Neben diesen als „Heterosuggestion“, also Beeinflussung durch Andere, bezeichneten, in überaus unterschiedlichen Ausformungen angewandten Techniken wurde im 19. Jahrhundert das Konzept der Autosuggestion entwickelt. Anknüpfungspunkt war die Diskussion über die Wirksamkeit oder Nichtwirksamkeit des Ende des 18. Jahrhunderts große Popularität erlangten „Animalischen Magnetismus“. Diese nach ihrem Erfinder, dem schwäbischen Arzt Franz Josef Mesmer (1734-1815), auch „Mesmerismus“ genannte Heilmethode, rückte das Phänomen der Hypnose in die wissenschaftliche Diskussion. Dem schottischen Augen-Chirurgen James Braid (1795-1860) war es zu verdanken, dass die Hypnose Anfang der 1840er Jahre als tranceähnlicher Zustand im Rahmen der damaligen Möglichkeiten wissenschaftlich solide erforscht wurde. Braid setzte die Hypnose erfolgreich als Narkosemittel bei Operationen ein. Der deutsche Hirnforscher Oskar Vogt (1870-1959), der wegen seiner Untersuchungen an Lenins Hirn in den 1920er Jahren bekannt geworden war und als Koryphäe der wissenschaftlichen Hypnoseforschung galt, sorgte vor dem Ersten Weltkrieg für die Anerkennung der Selbsthypnose als praktisch einsetzbares Mittel zur Herstellung von Ruhesituationen bei von ihm behandelten Patienten.

Daran anknüpfend entwickelte der deutsche Psychiater Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) in den 1920 Jahren das Konzept des Autogenen Trainings. In seiner Arbeit beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit der positiven Wirkung von Hypnose bei der Behandlung von Patienten mit psychosomatischen Beschwerden.

Seine Patienten sprachen wohl während der Hypnose-Sitzungen immer wieder von angenehmen Schwere- und Wärmempfindungen. Diese stellten sich wohl automatisch ein, ganz ohne Zutun durch Schultz. So ergab sich für ihn der Rückschluss, dass diese Empfindungen aus der Entspannung der Muskulatur und Gefäße herrührte und unmittelbar mit der Entspannung des Geistes zusammenhängen. So ergab sich die Frage, ob dieses Prinzip nicht auch in umgekehrter Richtung angewendet werden könnte, also bewusst herbeigeführte körperliche Entspannung nicht auch die Psyche entspannen könnte.

So entwickelte er eine Methode, mit deren Hilfe sich Patienten durch eine Art Selbsthypnose in tiefe, und meist als sehr angenehm empfundene Entspannungs-Zustände selbst versenken konnten.

Autogenes Training besteht aus 3 aufeinander aufbauenden Stufen, der Grundstufe Mittelstufe, der Oberstufe. Die Formeln der Grundstufe sind:

  • Ruhe-Übung
  • Schwere-Übung
  • Wärme-Übung
  • Atem-Übung
  • Herz-Übung
  • Sonnengeflecht-Übung
  • Stirnkühle-Übung

Mittelstufe

In der Mittelstufe des Autogenen Trainings ist die Grundstufe Voraussetzung, da der Entspannungszustand hier von den Teilnehmern bereits erlernt wurde und somit individuell mittels formelhafter Leitsätze zielgerecht auf die Problematiken eingegangen werden kann. Die Mittelstufe ist ein Mentaltraining  mit Formeln zur langfristigen Selbstbeeinflussung. Hier geht es um die Bearbeitung individueller Probleme und Ziele. Sie lernen hier Ihre persönlichen Formeln zu erstellen und anzuwenden, um Ihr Leben schrittweise nach Ihren Wünschen zu gestalten.

 

Die Oberstufe ist nicht Bestandteil in meinem Trainingsprogramm .

Positive Wirkungen:

Das Autogene Training eignet sich hervorragend zur Linderung oder deutlichen Heilungs-Unterstützung bei einer Vielzahl von Zipperlein und handfesten Krankheitsbildern wie Nervosität, innere Unruhe, leichte Depressionen, Burn- Out, Schlafstörungen, Herz und Kreislaufbeschwerden, Verdauungsproblemen, Tinitus, Hörsturz, Süchte ( Rauchen, Naschen und co ) Bluthochdruck, Ängste ( Prüfungsangst, Panikattacke, Redeangst ) generellem Unwohlsein, aber auch Ihre Stimmung wird gelassener, ausgeglichener und fröhlicher. Man konnte nachweisen, dass sich die Entspannungs –und Erholungsfähigkeit schneller aufbaut und dass überstarke Affekte gebremst werden. Das Gefühl für die eigene Selbstbestimmung und Selbstkontrolle erhöht sich ebenfalls, dadurch wird man insgesamt gelassener. So kommt es langfristig zu einer Veränderung der eigenen Persönlichkeit. Durch die Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte kann man gleichzeitig Krankheiten vorbeugen.

Das Autogene Training fördert auf 2 Weisen einen gesunden und erholsamen Schlaf: Zum einen wird durch die Methode an sich dauerhaft Geist und der Körper beruhigt, Stress-Symptome nachhaltig abgebaut. Dies allein sorgt schon nach kurzer Zeit für ein deutlich verbessertes Schlafverhalten. Zum anderen kann man das Autogene Training auch direkt zur Schlafeinleitung verwenden. Hierfür lässt man die sogenannte Rücknahme am Ende einfach weg – und wenn man während der Übung noch nicht eingeschlafen ist, so dreht man sich nach der Übung einfach zur Seite und in der Regel wird der Schlaf dann ganz schnell eintreten.

Wann lieber nicht üben ?

Gegenanzeigen im allg. Sinne sind für das Autogene Training nicht bekannt, so lange die Übungen zum erlernen der Methoden von qualifizierten  Personen/Trainern/Therapeuten vorgenommen werden. Akute Psychosen ( innere Bilder – Realität ), akute schwere Depression ( Grübelzwang – Innenschau ), Personen mit akuten Epilepsie – Herzerkrankungen, Zwangserkrankung, ( Kontrolle – Loslassen ), akutes Magengeschwür, akute Colitis ( Gefäßerweiterung – Gefahr der Blutung ), akute Migräne ( Gefäßweitstellung als möglicher Auslöser für Migräne ).  Auch hier gilt wieder, fragen sie den Arzt ihres Vertrauens ob Autogenes Training für sie in Frage kommt, denn jeder Mensch ist verschieden und reagiert demzufolge auch verschieden auf die Übungen beim Autogenen Training.